The Beef Story – oder: Gedanken zu unserem Rindfleisch

Vor allem beim Thema Rindfleisch sind Verbraucher mit Informationen versorgt, die eher zur Verwirrung als zu einer sorgfältigen Kaufentscheidung beitragen.

Doch: Worauf kommt es wirklich an?

Wir erklären Ihnen, was für uns wichtig ist!

Die Haltung

Alles Bio, oder was?

Vor circa neun Jahren begann die Familie Seitz den bäuerlichen Familienbetrieb über den Gedanken der „Bioerzeugung“ von Nahrungsmitteln zu betreiben und vollkommen umzustellen.

Heute werden auf dem Hof ausschließlich weibliche Rinder der heimischen Rasse gehalten.
Im Sommer weidet die circa 60-köpfige Herde auf den hofeigenen Biofeldern. Zum Fressen gibt es ausschließlich das Grünfutter der Weiden oder eigensproduziertes Biofutter. Bei schlechtem Wetter, im Winter oder nachts kann die Herde eine frei begehbare Unterkunft aufsuchen — mehr menschlichen Einfluss gibt es nicht mehr.

Der Transport

20 Minuten von A nach B

Vom Biohof der Familie Seitz in Hubmersberg nach Lauf in den eigenen Schlachtbetrieb sind es etwa 15 Kilometer. Besonders am Herzen liegt uns ein stressfreier Transport: Die Tiere werden mit eigenen Fahrzeugen und von eigenem Personal transportiert. So ist es uns möglich, sich ergebende Verbesserungspunkte unmittelbar umzusetzen.

Die Schnittführung

T-Bone oder Flank Steak?

Schnittführungen haben nichts mit der Fleischqualität zu tun, sondern bescheiben die angewandten Zerlegetechniken bei Rindfleisch. Durch die eigene Zerlegung können wir verschiedene Schnittführungen aus den USA umsetzten und jederzeit auf Ihre Wünsche reagieren — ob T-Bone Steaks, Flank Steaks, Tomahawk Steaks oder ein Onglet.

Wichtig ist: Aus der Schnittführung des Rindfleisch errechnet sich die optimalen Lagerzeit der Teilstücke. Ein gutes Rindersteak beispielsweise, sollte vor Verzehr mindestens drei bis vier Wochen gelagert werden.
Wenn Sie also spezielle Wünsche haben muss ein heimisches Produkt rechtzeitig bestellt werden — ein Nachteil gegenüber weit gereistem Fleisch. Dies hat nach der langen Reise die erforderliche Lagerzeit bereits hinter sich!

Die Lagerung

Dry Aged, Dry Aged, Dry Aged

Wir haben uns entschlossen, den Rinderrücken, auch bekannt als Rinderroastbeef, Rumpsteak oder Rostbraten als „Dry Aged“ anzubieten.

Dabei reift das Fleisch nicht wie üblich unter Sauerstoffentzug, sondern bei entsprechender Temperatur, Luftfeuchte und Luftbewegung ohne weiteres Zutun. Die hierbei entstehende schwarze, harte Eigenhaut der Teilstücke wird unmittelbar vor dem Verkauf abgeschnitten — das so gelagerte Rindfleisch entwickelt einen grandiosen Eigengeschmack.

Die Region

Regionalität heisst für uns Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet in unseren Augen nicht dauerhaft auf Produkte zurückgreifen zu müssen, die tausende Kilometer weit entfernt erzeugt wurden, um unseren Vorstellungen eines hochwertigen Produktes zu entsprechen.

Klar ist, dass wir hierdurch eine Maschinerie von Logistik in Gang setzten, die dauerhaft Ressourcen in gigantischen Bereichen verschwendet.

So sehr wir weltweit offene Märkte in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens lieben, in der Landwirtschaft ist Nachhaltigkeit in unsern Augen eng mit Regionalität verbunden — für die Schonung unserer Ressourcen, für das Wohl der Tiere und für die Förderung der regionalen Wirtschaft und deren Arbeitsplätze in unserem landwirtschaftlichen Nahbereich.

Nachhaltigkeit von der Beinscheibe bis zur Querrippe

Nachhaltigkeit bedeutet in unseren Augen auch, dass ein Tier nicht auf Edelstücke, wie Filet oder Roastbeef, reduziert wird. Nach unserer Überzeugung sollte ein verantwortungsvoll, also nachhaltig handelnder Betrieb oder Verbraucher, bestrebt sein alle Einzelstücke zu verwenden.

Der Preis

Drei Mark achtzig, bitte!

Unseren Anspurch an Nachhaltigkeit wollen wir auch mit unserer Preispolitik unterstützen. Denn nur mit fairen Preisen begünstigen wir den Abverkauf der gesamt produzierten Fleischmenge und Bandbreite.
Dennoch müssen wir die in der Vergangenheit unternommenen Anstrengungen sowie die umgesetzten Qualitätskriterien in der Erzeugung und der Verarbeitung in unseren Preisen widerspiegeln.
Zusammen mit der Familie Seitz sind wir deshalb der Meinung, dass ein Preisaufschlag von 10-20% pro Kilogramm auf die in Deutschland üblichen Rindfleischverkaufspreisegerechtfertigt sein muss.

Dafür erhalten Sie als Verbraucher ein nachhaltig erzeugtes, deutsches Qualitätsprodukt.

Das Dilemma der deutschen Rindfleischerzeuger

Dank Transportmöglichkeiten, von denen die Menschen in den 1950er Jahren nicht zu träumen wagten, landet jetzt das international erzeugte Rindfleisch auf den deutschen Verbrauchertellern — und das, was wir als deutsches Rindfleisch kennen, kann mit der internationalen Fleischqualität nicht mithalten.

Rezept: Geschmorte Rinderrippchen

Ein einfaches und leckeres Rezept mit einem fast vergessenen Stück Rindfleisch – geschmorte Rinderrippchen.